Er ist schon ein sehr ungewöhnlicher Chor, der spontan anlässlich des 200-Jahr-Feiern zur Französischen Revolution 1989 entstanden war. Denn genauso spontan ging es 20 Jahre lang weiter: keine Chorleitung, kein Programm, keine feste Ordnung, keine öffentlichen Auftritte. Gesungen wurde einfach, was sich die jeweils Anwesenden gewünscht haben.
Lieder sind immer auch Zeugnisse von gesellschaftlichen Verhältnissen, von den Kämpfen, dem Leid, dem Widerstand, den Wünschen und Hoffnungen der Menschen. In den Liedern werden wir daran erinnert und und vieles bleibt so im kollektiven Gedächtnis erhalten. Musik weckt starke Gefühle und beim Singen werden längst vergangene Zeiten lebendig. Genauso geht es jedoch in unseren Liedern auch um aktuelle gesellschaftliche Fragen und Antworten.
Auf jeden Fall ist Singen Lebensfreude pur: nach einem vergnügten Liederabend ertappt man/frau sich bisweilen noch Tage später beim Summen der Melodien.
Bei unserer anarchischen Lust am Singen spielten Noten nur eine untergeordnete Rolle, eine gewisse Ähnlichkeit mit einem irischen Pub war oft - was die Stimmung betrifft - nicht zu leugnen.
Die einzigen Konstanten über die Jahre hinweg waren die Räume der Grünen Akademie, die uns zur Verfügung standen und Jörgs unermüdlicher Gitarreneinsatz.

