Filmabend “Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst”
“Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst” ist ein Spielfilm der österreichischen Regisseurin Marie Luise Lehner.
Das Coming Of Age Drama von Anna und ihrer alleinerziehenden Mutter Isolde handelt davon, wie es ist, die Scham für die eigene Herkunft in Stolz zu verwandeln, von Zuneigung, Fürsorge und Solidarität.
Handlung
Die zwölfjährige Anna lebt mit ihrer gehörlosen Mutter in einer kleinen Wohnung in Wien. Mit dem Wechsel aufs Gymnasium wird ihr erstmals bewusst, wie groß die sozialen Unterschiede zwischen ihr und ihren Mitschülern sind. Scham mischt sich in ihr Bild von der eigenen Herkunft. Als die Klasse eine Ski-Woche plant, hofft Anna, teilnehmen zu können – ihre Großmutter bietet finanzielle Unterstützung an. Doch kurz darauf kauft ihre Mutter ein Schlafsofa, um Anna mehr Privatsphäre zu ermöglichen, und das Geld reicht nicht mehr. Statt die Wahrheit zu sagen, meldet die Mutter sie krank.
In der Schule findet Anna in Mara eine enge Vertraute. Ihr gesteht sie schließlich, dass sie nicht krank war, sondern sich den Ausflug einfach nicht leisten konnte. Beim Übernachten bei Mara lernt sie deren queeren Vater kennen, der wie Annas Mutter alleinerziehend ist. Die beiden Mädchen halten zusammen – als Paul Interesse an Anna zeigt oder als sich Mitschülerinnen anmaßend über ihre Mutter äußern. Für einen Chorauftritt sucht Anna mit ihrer Mutter in einem Secondhand-Laden nach einem passenden Kleidungsstück und findet eine Bluse, die ihre Mutter während des Konzerts tragen soll. Doch als Anna auf der Bühne steht und ihren Gesang in Gebärdensprache übersetzt, stellt sie enttäuscht fest, dass ihre Mutter nicht wie besprochen die Bluse trägt. Nach dem Auftritt kommt es zum Streit: In ihrer Wut wirft Anna ihr vor, dass sie keine „normale“ Familie seien, dass sie immer anders bleiben würden.
Nach einem Besuch bei der Großmutter, bei dem Anna beobachtet, wie ihre Mutter einen größeren Geldbetrag erhält, offenbart ihr diese eine Nachricht, die alles verändert: Sie ist schwanger – doch sie ist unsicher, ob sie das Kind bekommen möchte. Behutsam spricht sie mit Anna über ihre Zweifel und die Möglichkeit einer Abtreibung. Anna ist zunächst hin- und hergerissen, ihre Gefühle schwanken zwischen Verunsicherung und Ablehnung. Später unternehmen die beiden einen Ausflug ins Schwimmbad. Auf dem Sprungturm erfasst Anna plötzlich die Angst. Ihre Mutter gebärdet ihr liebevoll zu: „Wenn du Angst hast, nimm dein Herz in den Mund und lächle.“ Dann springt Anna.